September 2006
Monthly Archive
New York29 Sep 2006 10:39 pm
Wochenende
Also, es kam so. Der Freitag im Büro verging sehr schnell. Es gab ne Menge zu tun und ehe man mal dazu kam auf die Uhr zu sehen, stand auch schon der Feierabend vor der Tür. Der Chef lud zum Umtrunk in eine Bar, die in etwa 200m Luftlinie von unserer Niederlassung liegt. Wie praktisch. Dass man sich dann dort auch kennt, kam für mich jetzt weniger überraschend. Nach einer Woche im Amt, konnte ich diese Einladung schlecht ausschlagen, so folgte ich erwartungsvoll. Und tatsächlich, der Abend wurde richtig lustig. Es gab deutsches Bier und witzige Anekdoten. Wir waren ja nur zu viert. 3 Deutsche und ein, ich will ihn mal so nennen, Internationaler. Älex heisst der Kollege, dessen Vater Agentinier ist. Die Mutter eine Russin. Aufgewachsen in London und dann der Arbeit wegen nach Brasilien gezogen, wo seine Schwester geboren wurde. Er nennt insgesamt 3 Pässe sein Eigen. Ich wusste bislang nicht, dass sowas möglich ist. Jedenfalls spricht er ausserdem etwas Deutsch, Spanisch, Russisch und Portugiesisch sowieso. Seine Trinkgewohnheiten gleichen dem. Ich klammerte mich an meinem “traditionellen” Becks fest während er die “Tap” hoch und runter jonglierte. Das war nach längerer Abstinenz eindeutig zu viel für mich.
Das Bier hier in New Jersey kostet nur ein Bruchteil im Vergleich zu NYC und wenn man eingeladen ist, läuft es umso besser. So wurde es dann auch für meine Kollegen nahezu unmöglich mir die Regeln dieses seltsamen Spiels zu erklären, in dem die New York Yankees eine Macht sind. Das Spiel dieses Teams wurde jedenfalls auf mehreren Monitoren in der Bar live übertragen. Wieviele es genau waren, keine Ahnung. Die Regeln habe ich trotz konzentriertem Zuhörens immer noch nicht so recht kapiert. Hier [Klick!] könnt ihr das Vorlesungsskript einsehen. Have fun!
New York28 Sep 2006 10:10 pm
Piep
Nun ist die erste Arbeitswoche fast geschafft und ich kann mich diesen Abend doch nochmal aufraffen um in die Tasten zu hauen. Der Tag beginnt für mich immer so kurz vor 7 Uhr. Wecker klingelt und danach wird erstmal der Rechner vom Boden aufgehoben und angeschaltet. Immerhin kann ich ja nur die Morgenstunden nutzen um nach Deutschland zu telefonieren. Vom Bett aus ist das übrigens sehr angenehm. Um 8 gehts dann aus dem Apartment los in Richtung U-Bahn, die meist auch sofort abfahrbeireit ist. Vom Times Square gehts dann zum (crazy) Port Authority Bus Terminal um die Stadt zu verlassen und in Richtung New Jersey zu reisen. Ich steige dort dann fast direkt vor der Tür meines Arbeitgebers aus.
Alles in allem eine angenehme 50 minütige Pendelei, morgens. Für New Yorker Verhältnisse ok, aber der Rückweg ist doch ziemlich nervig. In dieser Woche hab ich es nie unter anderthalb Stunden geschafft. Verkehr, Stau, Bummelbus. Man muss halt immer ein gutes Buch dabei haben um sich vom allgegenwärtigen Stress nicht anstecken zu lassen. Zu sehen gibts auf dem Weg eigentlich kaum etwas. New Jersey ist ziemlch öde. Tankstellen und Diner wechseln sich ab und die Vorstädte sind ziemlich unspektakulär. Trotz des langen Rückweges bin ich froh in NYC zu wohnen, denn das Leben “over there” scheint ein ganz anderes zu sein und ohne Auto ist man in den Suburbs ohnehin aufgeschmissen. (weiter…)
New York24 Sep 2006 06:56 pm
Bis früh morgens
Da für mich ab Montag (also morgen) der Spaß vorerst endet und ich in den neuen Job starte, ging es gestern nochmal zum Sightseeing der anderen Art nach Midtown Manhattan. Wiedermal war es spät abends in der Stadt noch recht heiß, sodass vielen Leuten die Tropfen auf der Stirn standen. Wir, eine kleine Foren-Splittergruppe bestehend aus 4 Leuten, hatten vor ins Avalon zu gehen. Ein Club, bzw. eine Disco, die in einer umgebauten Kirche Einzug hielt. Ein ziemlich abgefahrener Veranstaltungsort. Wir waren zeitig dort, da es Horrorgeschichten gab, dass nach 00:00 Uhr nur noch dem Einlass gewährt werden würde, der einen Mindestverzehr von $100 vorzuweisen gedachte. Deshalb waren wir kurz vor 11, nach gründlicher Eingangskontrolle, in der besagten Musikhalle. (weiter…)
New York23 Sep 2006 12:44 am
MoMA
Nachdem ich mittags bei “B Bubbles” meine Wäsche erledigte, gabs dann schon das erste museale Highlight zu sehen. Das Museum Of Modern Art öffnet nämlich immer freitags (zwischen 4 und 7 p.m.) seine Tore für einen Free Admission Day. Man spart sich also die $20 Eintritt und bekommt dafür ausser den Exponaten auch noch ein Bahnhofsfeeling mitgeliefert. Aber das hält man aus. Das wunderschöne Gebäude ist allein schon einen Besuch wert und ausser van Goghs, Monets und anderen bekannten Werken findet man auch Vieles was erstaunt und zum Verweilen einlädt. Jede Menge Zeit sollte man in jedem Fall mitbringen.
Gleich um die Ecke im Rockefeller Center kann man auf einer Aussichtsplattform den Blick über die Stadt genießen. Aber die $17,50 (ohne Tax) sparte ich mir dann doch lieber, da selbst die Besucherplattform des Empire State Buildings günstiger sein soll.
Bilder:

New York22 Sep 2006 01:20 am
Irishmen? Crazy!
Heute war wieder einer dieser Tage, die so ganz unerwartet in die Geschichte eingehen werden. Aber immer schön der Reihe nach. Um die Vervollständigung meiner Park-”Sammlung” voranzutreiben, startet ich die heutige Tour gleich bei mir um die Ecke, dem Riverside Park. Das schöne Wetter bot sich ja dazu an und die Nachmittage werden schnell öde wenn einem die Telefonpartner aufgrund der Zeitverschiebung ausgehen.
Die gut gepflegte Anlage ist sicher mehr als nur einen Besuch wert. Denn in so einem Park vertrödelt man seine Zeit bis zum nächsten Meeting wie im Fluge. Selbst die Eichhörnchen sehen hier irgendwie anders aus. Der Riverside zieht sich von der West 72nd Street bis weit hoch in die Morningside Heights und konnte heute nur unterrepräsentativ begangen werden. Hoffentlich hält das Wetter. Denn auch hier möchte ich gern nochmal wiederkommen. Weiter gings, und jetzt Achtung, mal aus Manhattan raus. Brooklyn war das Ziel, besser gesagt das gegenüberliegende Ufer des Financial Districts. Foren-Legende Janina war meine Begleitung und dies stellte sich abermals als Volltreffer raus. Nicht nur, weil wir sowieso verabredet waren um Postkarten-Fotos zu schießen und um die anderen später im East Village zu treffen, nein auch weil sie sich dort drüben auskannte und mir den “Outlet” der Brooklyn Ice Cream Factory zeigen konnte. Leute, vergesst italienisches Eis! Das ich mir mehr als eins genehmigte, brauche ich hier wohl nicht zu unterstreichen. (weiter…)
New York21 Sep 2006 01:23 am
Mal raus aus der City
Nachdem die Ferry gestern erneut dem Regen Opfer fiel, wurde dieser Punkt nun heute “abgehakt”. Das Wetter spielte mit. Herrlichster Sonnenschein und auch nur vereinzelte Wolkenformationen, die sich hervorragend dazu eigneten, mitfotografiert zu werden. Wie schnell hier das Wetter wechselt, von einem Extrem ins andere, verwundert mich doch immer wieder. Also runter an die Südspitze Manhattans und an der Subway-Station “South Ferry” raus ins Tageslicht. Was für ein Zufall, denn die nächste Fähre war abfahrbereit. Also dann mal los.
Die Menschenmenge im Eingangsbereich löste sich zügig auf und Teilte sich ordentlich in Touristen, die sich zum Sightseeing auf die oberen Decks begaben, und die Pendler, die sich gelangweilt auf die Bänke im Inneren fletzten. Und so legte das Böotchen ab. Schon nach wenigen Minuten vewandelte sich der Krach der Stadt in ein Ohren schmeichelndes marines Hörerlebnis. Möven, Wellenrauschen und das gleichmäßig dumpfe Brummen der Maschinen. Nur vom Manhattan Heliport, von dem sich die Reichen und Schönen in die City fliegen lassen, zog ab und an ein krachender Hubschrauber vorbei. (weiter…)
New York18 Sep 2006 10:15 pm
Where I live…
Hier nun das erste Bildmaterial zu meiner Wohngegend und dem Ausgangspunkt meiner Unternehmungen. Die Subwaystation Broadway Ecke 125th Street. Â
Hier bin ich:
Â
Heute habe ich mir das 2.-Ligamatch FC Hansa gg. 1.FC Kaiserslautern mangels Kenntnis einer Sportsbar, die so etwas überträgt, per Webcam und Skype übertragen “lassen”. Vielen Dank an meinen lieben (leider zu Hause gebliebenen) Schatz dafür!
New York18 Sep 2006 09:16 pm
NYHC
Gestern gings also zu 2. zum Konzert. Vorher gemütlich die Public Library und das Chrysler Building von außen besichtigt. Da Alexander schon glatt als Stadtführer durchgehen könnte, staubte ich noch so einige nützliche Tipps ab.
Einen Falafel-Döner und 1$-HotDog später waren wir auch schon vorm BB-Kings Club am Times-Square angelangt. Das Programm des Abends hielt ein Punk, Metal, Hardcore - Programm vom Feinsten bereit. Folgendes Line-Up gab es in dieser Reihenfolge zu sehen: The Dead Hearts, The Autumn Offering, The Warriors, Kill Your Idols und Sick Of It All, die ihr 20-jähriges Bestehen feierten. Insgesamt ein Riesen-Erlebnis. Geniale Stimmung und Artists die im Publikum kräftig mit mischten. In der Mitte des Saales ging es die ganze Zeit über richtig zur Sache und es gab sogar Leute, die von Anfang bis Ende durchhielten.
Nebenbei ein interessantes Detail. Während bei uns ähnliche Veranstaltungen erst kurz vor Mitternacht beginnen, ging es auf der Bühne im BBKings schon 19:00 Uhr los. Und das sogar recht pünktlich. Kurz nach 0 Uhr war der Drops dann gelutscht.
Dies macht Lust auf mehr und am gleichen Abend wurde bekannt gegeben, dass Sick Of It All zusammen mit Agnostic Front noch im Oktober gemeinsam im legänderen CBGB’s auftreten werden, welches seine Pforten in New York City schließen wird. Dieser Club, der als Keimzelle des Punkrocks betrachtet werden kann, bot vielen Legenden wie den Ramones und den Sex Pistols die Möglichkeit das erste Mal vor Publikum aufzutreten. Er liegt auf der Bowery in Manhatten. Der genaue Name lautet: CBGB OMFUG und steht für “Country, Bluegrass, and Blues and Other Music For Uplifting Gormandizers”. Falls es uns irgendwie gelingt Karten aufzutreiben, werden wir dort sein.
Bilder:
New York17 Sep 2006 06:26 am
Nach Regen kommt Sonne
Da auch der gestrige Tag komplett ins Wasser fiel, wurden meine Pläne erneut durchkreuzt. Den Besuch des Battery Park und der South Ferry nach Staten Island musste ich erstmal verschieben. Einer kurzen, nassen und stürmischen Runde durch Downtown um ein neues strapazierfähiges Paar Schuhe zu besorgen, folgte eine Wanderung entlang der 125th Street, auch genannt ”Hauptstraße der Schwarzen” (kein Witz) die “meinen” Stadtteil Harlem sozusagen horizontal teilt. Auf dem Plan zumindest.
Das einstige Hotel Theresa erinnert noch an den Besuch von Fidel Castro. Jazzclubs und unzählige afroamerikanische Kultureinrichtungen. Auf der 125gsten also Betriebsamkeit wie auf der 42nd Street in Manhatten und Harlem ist schon lange kein Slum mehr. In der U-Bahn gelangweilte, aber keine feindseligen Gesichter.
Der heutige Tag begann gut. Kein Wolke am Himmel. Dies lies Hoffnung aufkeimen, dass der geplante Ausflug, der schon eine Weile für genau diesen Tag angesetzt war, nicht abgeblasen werden musste. Die Steuben-Day Parade.
Beim selbstgerührten Riesenshake am Morgen sah ich im TV noch ein belangloses Interview mit einem gewissen Herrn Donald Trump. Etwas neugierig geworden nahm ich mir vor auf dem Weg zum Central Park mal an seinem Häuschen, dem Trump-Tower, vorbei zu schaun. Der Columbus Cirlce lag sowieso auf dem Weg und sah zumindest auf Fotos auch ganz nett aus. (weiter…)
New York15 Sep 2006 12:33 am
Walking In The Rain
Noch etwas gerädert von der vergangenen Nacht machte ich mich heute so gegen 10 Uhr morgens auf, um die ersten Eindrücke bei Tageslicht einzufangen. Dass es seit ca. 4 Uhr in Strippen regnete bremste meine Neugier nur wenig. Also kurz einen Plan gemacht um nicht ganz unsinnig in der Gegend herum zu irren.
Los gings bei mir um die Ecke an der Subway Station 125th Street. Erste Amtshandlung also die Beschaffung einer MetroCart, ohne die man den U-Bahn-Bereich gar nicht erst betreten kann. Drehtüren sind wohl ein gutes Mittel gegen Schwarzfahren. Für die nächsten 30 Tage sollte diese Themas meine Kreditkarte also nicht mehr beschäftigen.
Erster Halt, natürlich Times Square, wo ich eigentlich nur etwas herumgucken und den arbeitstechnisch bedeutsamen Weg zum Port Authority Bus Terminal erkunden wollte. Ziemlich beeindruckende Gegend. Auch die Orientierung im Straßensystem fällt erstmal etwas schwer. Um die Blocks herum verliert man doch schnell mal das Gefühl für die Richtung, in die man eigentlich will. Aber das Nichtvorhandensein von Kartenmaterial sollte mich heute nicht allzu böse bestrafen. Da ich Stadtspaziergänge mag, nahm ich mir vor so viel wie möglich zu Laufen. Das tat ich dann auch. (weiter…)
— Next Page »