Während ich mir Freitag abends einen gemuetlichen DVD-Abend machte (Malice - sehr zu empfehlen!), hat mein bayrischer Frroind Alex zusammen mit einer koreanischen Arbeitskollegin die Grenzen der amerikanischen Justiz in Brooklyn ausgetestet. Bis jetzt waren alle davon ausgegangen, dass man “drinking in public” nur dann exerzieren darf, wenn man das Getränk in einen “brown bag” (die sagenumwobene Papiertüte) einwickelt. Bewaffnet mit dem obligatorischen Handbier wurde der Bayer in NY filmreif von Undercovercops gestellt und einer ID-Kontrolle unterzogen. Nach dem üblichen Hin und Her bekamen beide ein “Ticket”, also eine Geldstrafe….angesichts der üblichen Strafsätze für NYC (z.B. 150 Dollar für Falschparken!!!) sicherlich ein schlimmes, hart bestraftes Unterfangen! 

Zunächst wurde jedoch ganz offiziell ein Protokoll aufgenommen, bei dem man entweder brav draussen warten durfte, oder mit Handschellen an eine Laterne gefesselt auf die Urteilsverkündigung warten konnte. Mein diplomatischer Freund (in Soibermanier) bevorzugte ersteres und bekam eine Strafe von 25 Dollar, also alles in allem halb so schlimm. Die Situation hätte sich jedoch extrem verschärfen können, als wir zusammen nicht einmal 24 Stunden später erneut mit Handbier bewaffnet den Times Square überkreuzten. Ich hatte mein kleines Getränk schon entsorgt, war also fein raus. Jedoch wartete auf Alex eine neuerliche Polizeibefragung. Und was macht er? Holt das alte Ticket raus um es stolz zu präsentieren. Die Cops hatten dann auch viel zu Lachen als wir aufgefordert wurden uns an die Wand zu stellen (Hände in den Taschen wird eben nicht akzeptiert). Die unglaublichen Verhandlungskünste und die phantasievolle Story meines süddeutschen Kollegen liessen uns dann aber gegenüber den Ordnungshütern in einem bedauerlich unwissendem Licht erscheinen, sodass ein grosses “Du Du” an diesem Sonntag Morgen ausreichend war.

Der Samstag Abend zuvor brachte einen Kinobesuch (Rocky VI) und eine Tour durch Chelsea zusammen mit unseren Freunden nebst Besuch aus Deutschland. Der Film ist ein wenig anders als alle Vorgänger. Die Story dreht sich mehr um die Personen um Balboa herum und um das Leben nach einer Sport-Karriere. Der Showkampf ist nur ein Nebenschauplatz. Die Aktualität ist mit den Combacks von Schulz, Maske und Co. jedenfalls gegeben. Rocky Balboa bekommt von mir Note 2.

FAZIT: Überall in den USA ist “Public Drinking” verboten, selbst wenn man einen Brown Bag verwendet. Beim Grillen im Freien also VORSICHT! Ausserdem wandelt die Stadt ab und zu ihr Gesicht. Da gibt es zum Beispiel auch den ziemlich modisch gekleideten Bettler, der sich erst mit viel Überredungskunst davon abhalten läßt, einem durch die Stadt zu folgen. Ein wenig lächerlich erscheinen mir diese Gesellen im Hinblick auf die vielen wirklich bemitleidenswerten Strassenmenschen schon.

Irgendwie lag am Wochenende nicht nur das Wetter im Argen, wir hatten es am 06. Januar 22°C in der Stadt.