Da auch das komplette vergangene Wochenende in Korman vergammelt wurde, gibt es hier nun einen ausführlicheren Sammelbeitrag, der die aufgestauten Erlebnisse, die unter der Flut der Eindrücke wenigstens etwas mehr Beachtung verdienen, dokumentieren sollen. Unberücksichtigt bleiben nicht zu nennende und nicht nennenswerte Dinge, die sich in den 2 vergangenen Wochen zugetragen haben.
Es geschah wieder einmal, dass 2 hungrige Kor-Männer einer Restaurant-Empfehlung folgten, die einige Überraschungen bereit hielt.
Im East Village ging es zum günstig-Inder “Panna II”, welches nicht nur einen schrägen Restaurant-Namen hat (direkt unter der Treppe zum Lokal gibt es gleich die indische Konkurrenz mit Anwerber vor der Tür) sondern auch mit verspielter Einrichtung, oder besser gesagt Beleuchtung, lockt.
Nicht nur mein bayrischer Frrroind ließ es sich beim $9-Menü so gut gehen, dass beim Verlassen wie üblich mit dem Personal abgeklatscht werden konnte, auch die anderen deutschsprachigen Gäste erfreuten sich an unseren ausschweifenden Männergesprächen, wie uns beim Rausgehen bestätigt wurde. Es sind eben einfach zu viele Touris in der Stadt und man gewöhnt sich zu schnell daran allein mit seiner Sprache auf der Welt zu sein!
Hier nun schnell die Auflösung der Bier-Frage: “Bring Your Bottle” ist in den USA durchaus üblich und meint, dass man in einem guten Restaurant seine eigene Flasche Wein mitbringen und zum bestellten Essen servieren lassen kann. In Restaurants, in denen wir normalerweise “zu Gange” sind meint “Bring Your Bottle”, dass das meist sehr landestypische Lokal keine teure Alkohol-Ausschanklizenz der Stadt New York besitzt und dann schonmal gesagt wird: “Jungs, wenn ihr Bier wollt müsst ihr schnell zum Deli rüber rennen.” In jeglicher Beziehung köstlich!
Nun zu unserem und meinem persönlichen Lieblingsviertel, der Lower East Side. Hier gibt es mit der Mars Bar einen Ort, der kaum in Worte zu fassen ist wenn man ihn nicht gesehen hat. Offensichtlich ist das Bier hier am Günstigsten und deshalb erfreut sich die komplette, ich würde mal sagen alternative Szene an der etwas anderen Gemütlichkeit. Jeder Besuch bot bislang Späktakuläres. Wir haben nun Freunde in Puerto Rico und von sonst wo auf der Welt und kennen die Jukebox-Titel fast auswendig.
Gleichzeitig ist die Lower East eine der letzten Rückzugspunkte unserer Musikszene in Manhattan. So kam es, dass wir das Kill Your Idols Abschiedskonzert im ABCnoRio besuchten. Die Gruppe löst sich nach 11 Jahren auf und spielt danach nur noch 2 Gigs in Long Island, wo alles begann. Damit verschwindet eine weitere NY-Hardcore-Legende von der Bildfläche. Nach der Schließung des CBGBs ist das NoRio nun von der Stadt für den symbolischen Beitrag von einem Dollar übergeben worden, mit der Auflage das komplette (ziemlich heruntergekommende) Gebäude zu sanieren. Es wird zwar Geld gesammelt, allerdings dürfte sich dieser Auftrag wohl als Nummer zu groß erweisen. Schade.
Das Konzert an sich war jedoch super genial und ließ die Auflösungserscheinungen rund um diese einzigartige Musik-Szene vergessen. Der Konzertraum, ca. 50m² groß, war mit annähernd 200 Leuten knüppeldick gefüllt und da es keine Bühne gab, spielte sich das komplette Geschehen um die Besucher herum ab. Unvorstellbar für alle, die nicht anwesend sein konnten. Die Wände waren aufgrund der veränderten Betreibersituation frisch geweißt, die Decke jedoch nicht. Die sollte sich insofern rächen, als dass sich selbige aufgrund der Lautstärkevibrationen auflöste und in einzelnen Brocken auf die schwitzende Menge nieder rieselte. Kein schöner Anblick aber jedem war es irgendwie auch egal an diesem unglaublichen Abend.
Wo man in Zukunft für ein paar wenige Dollar (hier $6 für 4 Bands) gute handgemachte Musik in Manhattan erleben darf, steht wohl in den Sternen. Der Rückzug von allem Unkommerziellen nach New Jersey oder die umliegenden Boroughs ist aus meiner Sicht leider längst vollzogen.
Da Alex und ich am letzten Wochenende einen Termin im Jersey Gardens (eine unglaublich amerikanische Einkaufs-Mall auf der günen Wiese) hatten, zog es uns zur Erkundung in eine “unglaublich schlimme Stadt” New Jerseys. Für alle Seelen, die New York niemals verlassen, wäre Elizabeth der Inbegriff der heruntergekommenen Arbeitervorstadt aber für diejenigen, die es wirklich wagen einen Ausflug dorthin zu unternehmen gibt es schon Einiges zu entdecken.
Demjenigen, der sich für Amerika als Solches interessiert und sich nicht nur im schönen Schein des allgegenwärtigen Manhattan sonnen will, sei so eine “Safari” mit gutem Gewissen empfohlen, Auto und Navi sind ein Muss. Zu schnell verläuft man sich in eine nicht zweifelsfrei sichere Gegend.
Ein Gutes Beispiel für ein gelungenes kulinarische Erlebnis sei hier der Columbianer, den wir auf der Rundfahrt aufspürten und sogleich in Beschlag nahmen. Dieses Restaurant hatte vorher mit Sicherheit noch kein Tourist besucht, es wurde ja nichtmal mit englisch-sprachigen Gästen gerechnet. Das übliche Abklatschen liessen wir diesmal aus. Das Essen war suuuper und vergleichsweise billig! Als es Nacht wurde und sich die Szenerie änderte verliessen wir den Ort des Geschehens um in Korman endlich auszuspannen. Filmtipp DVD: “Lord Of Wars” (US-Waffenindustrie), unbedingt anschauen!
Die Sehnsucht war groß und so kam es, dass wir uns am Sonntag nur kurz verabschiedeten um uns kurze Zeit später wieder spontan in der Lower Eastside zu treffen. In einer Bar, in der Merauder und Inhuman spielten klatschte Alex wie üblich mit Hardcorde-Legenden a la Agnostic Front und anderen ab. Als er runter in den Konzert-Keller ging folgte ich diesmal nicht sondern brachte meine Wochenend-End-Einkäufe nach Hause. Shoppen gehe ich ausschließlich Sonntag abends.
Achja KURZNOTIZ: da waren noch der geniale Abend im Culture Club (80er Jahre Disco, wird kommenden Samstag wiederholt) und Alex’ $200-Speed-Violation-Ticket. –> RASER!
Bilder:



Februar 13th, 2007 at 05:12
find ich ja echt nett, dass ihr alle auf meinen post wartet
erstmal muss ich alles zurücknehmen, was ich unter den anderen beitrag gesetzt habe: “toemmle” ist sehr führsorglich und liebenswert, ich weiß schon, was susi an ihm hat
Laute musik, bröckelnde decken, und viel zu viele leute auf engen raum, ich kann mir nicht helfen, aber irgendwie klingt das nach dem “staubraum” unserem neuen vorbereitungsraum an der uni, da muss ich mal ein foto machen…
Februar 13th, 2007 at 13:28
Video vom Kill Your Idols-Konzert gibts hier…waynes interessiert
http://www.youtube.com/watch?v=jHVAXfpSxxo
Ich finde es uebrigens SUPER, dass die ostdoitsche Gemeinde open-minded ist und hier so fleissig den Blog von Toemmle unterstuetzt!
Meine sueddoitsche Familie/Freunde/Freundin (–>gibt noch Aerger weil an letzter Stelle positioniert)hat den Link vor geraumer Zeit geschickt bekommen und noch KEINEN Beitrag geleistet. Wo soll das mit Bayern noch hinfuehren….
Februar 13th, 2007 at 14:39
\”Lord of War\” ist richtig geil. Hatt ich Euch nich mal davon erzählt?
\”Culture Club\” nächsten Samstag? Das klingt richtig gut.
Noch ein paar Minuten und ich hab zum letzten Mal für eine Woche einen Anzug an. Endlich. Vor lauter PR und Marketing-Blabla ist mein Hirn schon völlig leergelabert. HILFE. Kann das bitte jemand mit ein paar Drinks wieder auffüllen?
Februar 13th, 2007 at 14:55
Komm erstma her mein Guter, den Rest kriegen wir schon wieder hin. Nur keine Angst!
Februar 15th, 2007 at 06:04
Ohja, Culture Club bin ich dabei
Leider dauerts noch ein wenig bis ich vorbei schau.
Wir müssen dann auf jedenfall in diese Bar wo es so günstiges Bier gibt